Willkommen – deine Reise zurück ins goldene Zeitalter des Reisens! 

Von 1973 bis 1975 war ich mit einem Freund fast drei Jahre unterwegs – mit dem Rucksack durch fünf Kontinente. Wir reisten als Backpacker, lange bevor dieser Begriff überhaupt verbreitet war. Ohne Internet, ohne genaue Pläne – aber mit viel Neugier. Unsere Route führte uns von der Schweiz über die Transsibirische Eisenbahn nach Japan, weiter durch Südostasien, Australien, Neuseeland sowie Mittel- und Südamerika – und schliesslich zurück nach Europa. Diese Website ist mein persönliches Tagebuch dieser Reise. 

Passengers, Puno train station, Peru, 1975

Willkommen auf meiner Reise
durch Raum und Zeit

Du siehst hier die Webseite eines Weltenbummlers. Ich komme aus der Schweiz und habe in den 1970er-Jahren eine Reise unternommen, die mein Leben geprägt hat.  Damals war ich mit einem Freund unterwegs. Meine Art war schon immer: lieber handeln als warten, lieber ausprobieren als zögern. 

Ich war nie auf der Suche nach dem Einfachen – sondern nach dem Echten. 

Diese Reise war mehr als nur ein Ortswechsel. Und diese Webseite ist mein Versuch, sie lebendig zu machen – für dich, für alle, die neugierig geblieben sind, und vielleicht auch ein bisschen für mich selbst. Alles aus meiner Sicht. 

Warum ich diese Geschichte aufschreibe 

Viele Jahre habe ich nur selten von dieser Reise erzählt. 
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass man mir nicht so recht glaubte. 

Darum habe ich mich entschlossen, alles aufzuschreiben – 
für meine Familie meine Grosskinder und für alle, die solche Geschichten interessieren. Diese Reise liegt viele Jahre zurück. 
Trotzdem sind die Erinnerungen daran bis heute lebendig geblieben. 

Ich widme diese Geschichte meinen Grosskindern und meiner Familie, 
damit sie wissen, wie die Welt einmal war. 

1973
Vorbereitungen auf die Reise

Schon als Junge begeisterte ich mich für Geografie Bücher, Kinofilme über ferne Länder und Modellflugzeuge. In dieser Zeit lernte ich meinen Freund Rolf kennen. Gemeinsam entdeckten wir Judo und teilten die Faszination für Japan – später brachen wir auch zusammen zu unserer großen Reise auf. 

1973
1973
Osteuropa

Der erste Eindruck von Osteuropa war ziemlich verrückt. Mitten in der Nacht wurde plötzlich die Abteiltür im Zug durch Ungarn aufgerissen. Zwei Zöllner wollten unsere Pässe sehen und gaben sie uns zurück. Kurze Zeit später flog die Tür schon wieder auf – es war ca. 2 Uhr nachts. Eine Frau kam mit dem Staubsauger rein und saugte unser Abteil. Wieder ein paar Minuten später ging die Tür auf, und ein Mann mit einem Spritzgerät auf dem Rücken „desinfizierte“ alles. Ich wollte das Fenster aufmachen, aber es war verriegelt. Der ganze Wagen stank danach richtig übel. Das passierte alles, während der Zug Ungarn durchquerte. Der Eiserne Vorhang war damals noch sehr deutlich zu spüren. 

1973
1973
Japan

Die Einreise war unkompliziert – Pässe wurden gestempelt und das war’s schon. Nach dem Ausschiffen stellten wir fest, dass rund um den Hafen richtig viele Leute unterwegs waren. Es gab überall Essstände und es sah sehr festlich aus. Wir dachten: „Bleiben wir doch einfach hier und schauen, was passiert.“ Es war ein angenehmer Sommertag.  Plötzlich ging ein grandioses Feuerwerk los und dauerte über eine Stunde. Ich sagte zu Rolf: „Das ist sicher zu unseren Ehren!“ Er grinste nur.  

1973
1973
Hongkong

Die Ankunft in Hongkong lief problemlos. Wir verließen das Schiff und suchten sofort eine Unterkunft. Das Schiff hatte in Kowloon angelegt, und wir gingen die Nathan Road entlang bis zur Kreuzung Jordan Road. Jemand im Hafen hatte uns von einer Jugendherberge erzählt, die sich im 12. Stock befand. Zum Glück gab es einen Lift. 

1973
1973
Thailand

Die Ankunft lief problemlos. Wir wechselten als Erstes Geld. Jeder von uns hatte in der Schweiz ein Bündel American-Traveller-Checks gekauft – Kreditkarten waren für uns damals noch unerreichbar. Man riss einfach einen Check aus dem Büchlein, unterschrieb ihn vor den Augen des Angestellten in der Wechselstube (wir hatten alle Checks schon beim Kauf einmal unterschrieben). 

1973
1973
Laos

Bevor wir den Mekong überquerten, vergaßen wir uns beim thailändischen Zoll abzumelden. Bei unserer Rückkehr nach Thailand mussten wir deshalb eine kleine Busse bezahlen. 

Wir bestiegen einen langen Einbaum mit Motor und überquerten den Mekong. An dieser Stelle war der Fluss breit. Am anderen Ufer stiegen wir das steile Ufer hinauf und staunten, als wir das Zollhäuschen sahen – es sah aus wie ein einfaches Gartenhäuschen. 

1973
1973
zurück nach Thailand

Nach dem Grenzübertritt nach Thailand wurden wir vom thailändischen Zollbeamten gebüsst, weil wir beim Verlassen des Landes keinen Ausgangsstempel im Pass hatten. Wir bezahlten den Betrag – er war nicht allzu hoch, etwa so viel wie eine Mahlzeit an einer Straßenküche. 

1973
1973
Südthailand und Malaysia

Nachdem wir in Bangkok unseren Plan B in die Wege geleitet hatten und guter Hoffnung waren, dass die Visa in Jakarta auf uns warten würden, beschlossen wir, nach Malaysia weiterzureisen.

Unterwegs verbrachten wir einige fröhliche Tage kurz vor der Grenze zu Malaysia in Songkhla (Thailand). 

1973
1973
Malaysia

Kota Baharu war die größere Stadt, in der wir übernachteten. Wie fast überall gab es auch dort einen Night Market mit sehr günstigem und gutem Essen. Der Geschmack war deutlich anders als in Thailand – es wurde mehr mit Erdnussöl gekocht und mir schien es nicht ganz so scharf.

1973
1973
Singapur

Beim Zoll zu Singapore hatte ich mein schönes weisses Hemd angezogen, der Zöllner fand ein guter Haarschnitt und der Bart stutzen würde uns guttun, es hatte auf malaysischer Seite einige Strassen Coiffeur, so haben wir dem Singapore Zöllner Folge geleistet, es gab einen Stempel und wir waren in Singapore. Von anderem Backpacker hatten wir die Adresse eines günstigen Hotels an der Bencoolen-Street. 

1973
1973
Zurück nach Malaysia

Wir haben verzichtet. Zurück nach Malaysia Wir verliessen wieder Singapore, Richtung Kuala Lumpur, mit Anhalter, Busse usw. praktisch ohne halt bis Seremban, mussten dort umsteigen und weiterfahren, leider war der Bus auf der Strecke nicht dieser Meinung, er blieb in einem Weiler stehen, bitte aussteigen, und bei einer spärlich beleuchteten Haltestelle haben wir gewartet, bis 5 Junge Männer auf uns zukommen und uns Zigarette anboten,

1973
1973
Indonesia

Es war an der Zeit, dass wir uns für die Weiterreise nach Sumatra (Indonesien) aufmachten. Wir gingen zum Hafen und besorgten uns Tickets für die Fähre am nächsten Tag – von Penang nach Belawan, dem Hafen von Medan. Die Überfahrt dauerte etwa sechs Stunden.

1973
1973 - 1974
Australien

Anfänglich war der Flug ganz okay. Aber nachdem man uns Poulet-Beine, Orangen und ein kleines Brötchen serviert hatte, begann es plötzlich zu schütteln. Es war eine viermotorige Maschine. Wir gerieten in einen Sturm, und aus dem Fenster sah man, wie stark es regnete. Einige Poulet-Beine, Orangen und Brötchen flogen durch die Luft. Alles, was in unsere Griffnähe kam, haben wir gesammelt.

1973 - 1974
1974
Neuseeland

Nach ca. drei Stunden Flug landete ich in Auckland. Am Zoll gab es keine Probleme. Im Flugzeug hatte ich mit einer jungen Frau gesprochen. Sie erklärte mir, wo die Jugendherbergen sind und welchen Bus ich nehmen muss. „Okay, danke.“

1974
1974
Schiffspassage über den Pazifik

Die "Britanis" traf ein, und ich konnte bald an Bord gehen. Mir wurde eine Kabine zugewiesen, ziemlich tief im Schiff, ohne Fenster. Sie hatte vier Kojen, ein WC, eine Dusche und einen Ventilator. Wir hausten zu viert darin: Gaston, der Bolivianer, der zurück nach Bolivien fuhr, Klaus, der Österreicher (er hatte an der ETH Zürich studiert und in Australien beim Eisenbahnbau für den Abbau von Bodenschätzen gearbeitet), Rolf und ich.

1974
1974
Panama

Eines Morgens sehr früh stellte ich fest, dass das Schiff nicht mehr fuhr. Alle gingen an Deck, und wir sahen die Lichter von Panama City. Die **Britanis** lag in der Wartezone vor der Einfahrt in den Panama-Kanal.

1974
1974
Colombia

Zollkontrolle – ohne Probleme. (Ich komme später noch auf einen Vorfall zurück.) Der Zollbeamte schrieb uns ein Visum für 10 Tage ein, worauf wir damals nicht weiter achteten.

In der Ankunftshalle sahen wir das Schild „Oficina de Turismo“. Wir wurden freundlich empfangen, mit vielen Tipps und kleinen Karten ausgerüstet. 

1974
1974
Ecuador

Die Zeit drängte. Am letzten gültigen Tag unseres Visums überschritten wir die Grenze bei Ipiales und erhielten auf der ecuadorianischen Seite in Tulcán unseren Einreisestempel.

Auf der Fahrt von Tulcán nach Quito sah ich Dörfer mit runden Strohhütten, so schlicht und zeitlos, dass sie mir fremd vorkamen – fast wie aus einem anderen Kontinent. Sie erinnerten mich ein bisschen an Afrika.

1974
1975
Peru

Okay, fahren wir los an die peruanische Grenze. Kurz davor hielt der Bus an, weil er nicht über die Grenze fahren durfte. Jemand hatte von einem peruanischen Konsul in diesem Ort gesprochen. Wir fanden die Adresse in einem sehr alten Haus im ersten Stock. Wir klopften an die Tür. Ein sehr alter Mann mit schütterem Haar öffnete und bat uns herein. 

Wir erzählten ihm, dass es anscheinend jetzt ein Visum für die Einreise nach Peru brauche. Er lachte laut und sagte: „Das ist wohl ein Witz. Für euch braucht es kein Visum.“

1975
1975
Bolivien

Dann kam die bolivianische Grenze. Alle mussten aussteigen. Bei den Zollbeamten schienen noch die Geister von Ernesto „Che“ Guevara zu spuken, der am 9. Oktober 1967 im bolivianischen Dschungel erschossen worden war – keine zehn Jahre vorher. 

Rolf und ich durften ins Zollhäuschen. Ein Vorgesetzter schaute unsere Pässe an und sagte auf Englisch: „Viele Reisen… viel Geld.“   

Ich antwortete freundlich: „Ja, viel arbeiten und dann viel reisen.“ Er grinste und gab uns die Pässe mit dem nötigen Stempel zurück. Er fragte noch: „Kennt ihr jemanden in La Paz?“ 

„Ja, einen Freund aus Australien, der dort studiert hat und jetzt wieder in Bolivien ist.“   

„Okay“, sagte der Zöllner und gab dem Fahrer ein Zeichen, dass er weiterfahren könne. Ich denke, auch der einfache Zöllner hat eine kleine Note erhalten. 

1975
1975
Brasilien

Es regnete immer noch wie aus Kübeln, als plötzlich drei junge Frauen hereinkamen, die Schutz vor dem Regen suchten und fragten, ob sie sich zu uns setzen dürften.

Alle waren gleich gekleidet: hellblaue Blusen, dunkle Hosen, halbhohe Schuhe. Eine von ihnen holte Getränke, und wir versuchten uns mit unserem Spanisch, zwischendurch auch mit etwas Englisch, zu verständigen. 

Wir fanden heraus, dass sie alle in einem Internat lebten, zur Vorbereitung auf die Aufnahme an die Universität.

Nach einer Weile merkte ich, dass eine dieser jungen, hübschen Frauen immer wieder mit ihrem Schuh meine Schuhsohle berührte und leise zu mir sagte: bello, bello

Ich war verlegen. 

So plötzlich, wie sie erschienen waren, verschwanden sie wieder, als der Regen aufhörte. 

Zum Abschied bekam ich noch einen grossen Schmatz auf die Wange. 

1975
1975
Das Ende der Reise

Nach unserer Verabschiedung von Südamerika traten wir den Rückflug in die Schweiz an, mit Zwischenlandung in Dakar, Senegal. 

In Genf wurde Rolf von seinen Eltern erwartet, für mich waren meine Schwester und mein Bruder da.

Rolf und ich verabschiedeten uns mit dem Hinweis, dass wir uns wiedersehen würden. Nun sind mehr als 50 Jahre seit unserer Rückkehr vergangen, und Rolf und ich sehen uns jeden Monat einmal beim Kaffee. 

1975