Malaysia
Kota Baharu
Kota Baharu war die größere Stadt, in der wir übernachteten. Wie fast überall gab es auch dort einen Night Market mit sehr günstigem und gutem Essen. Der Geschmack war deutlichanders als in Thailand – es wurde mehr mit Erdnussöl gekocht und mir schien es nicht ganz so scharf.
Wir besuchten auch den Central Market. Beeindruckend, wie reichhaltig der war: unzählige Gemüsesorten und Früchte. Besonders meine geliebte Ananas gab es dort. Man kaufte nicht die ganze Frucht, sondern ein Viertel mit etwas Salz – das schmeckte super und half auch gegen das starke Schwitzen. Das hatte ich in Asien gelernt.
Vielseitige Küche in Malaysia
Die Küche in Malaysia ist durch die große ethnische Mischung (Malaien, Chinesen, Inder und noch viele andere Nationalitäten) vielfältig. Man findet sehr ähnliche Gerichte, die aber je nach Einfluss ganz unterschiedlich zubereitet werden.
Weiter ging unsere Reise Richtung Kuala Terengganu bis nach Dungun. Dort hatten wir vorher gehört, dass bestimmte Meeresschildkröten ihre Eier im Sand ablegen. Leider fanden wir nur noch leere Nester – wir waren einfach nicht zur richtigen Zeit da.
Kemaman
Weiter ging’s nach Kemaman, einem schönen Fischerdorf. Dort gab es ein Museum über die Schildkröten und ein altes Haus des Bezirks. Wie üblich besuchten wir den Night Market. Übernachtet haben wir in einem Homestay.
Autostopp in Malaysia – meistens okay
In Malaysia wurden wir mehrmals per Autostopp mitgenommen. Fast immer durften wir ein Stück mitfahren, und die Leute (ob LKW- oder PW-Fahrer) wollten meist kein Geld. Sie sagten nur „a little present would be ok“. Das bedeutete meist 3–5 Zigaretten (ich rauchte damals amerikanische und nie die ganze auf einmal) oder ein kleines Trinkgeld.
Über Kuantan fuhren wir dann nach Segamat und später weiter Richtung Singapur.
Unser unvergessliches Erlebnis als Anhalter
In der Nähe von Ayer Hitam standen wir wieder am Straßenrand. Was dann passierte, werde ich nie vergessen.
Ein Auto hielt an – ein gut gepflegtes Modell, ähnlich wie ein Opel. Darin saß ein gut gekleidetes Ehepaar, schätzungsweise 45–50 Jahre alt. Wir stiegen ein und wurden gleich gefragt, woher wir kommen und was wir so machen. Dann fragte die Frau (der Mann fuhr): „Wo wollt ihr denn übernachten?“
Wir sagten: „In Johor Baharu.“
Sie sprach kurz mit ihrem Mann und meinte dann: „Ihr könnt beide bei uns übernachten.“
Welche Überraschung! Wir sagten noch, wir wollten sie nicht stören usw., aber sie winkte ab: „Überhaupt kein Problem.“
Nach einer Weile kamen wir in einem sehr schönen Außenquartier von Johor Baharu an. Der Wagen bog in eine Garageneinfahrt ein (Platz für vier Autos). Es war ein großes, schönes Haus im europäischen Stil.
Kaum stand der Wagen still, kamen zwei Bedienstete heraus. Die Frau sagte ihnen, sie sollten unser Gepäck ins Haus bringen. Sie bat uns einzutreten. Im großzügigen Eingang zeigte sie Rolf sein Zimmer und mir ein anderes – jeder hatte ein eigenes Zimmer mit WC und Dusche. Sie sagte, wir sollten uns frisch machen und dann in den Salon zum Tee kommen.
Als ich mit Duschen fertig war, klopfte sie an meine Tür und fragte nach der schmutzigen Wäsche – sie würde sie waschen lassen. Ich sagte, ich hätte keine schmutzige Wäsche. Sie lachte und meinte: „You are very funny.“ Ich genierte mich ziemlich, gab ihr die Wäsche aber dann doch. Rolf ging es genauso.
Wir gingen in den Salon zum Tee. Der Hausherr saß schon da und grinste: „Wir trinken jetzt alle drei einen ‚Tea‘.“ Es war eine Flasche Black Label Special Edition Whisky – so eine Flasche hatte ich noch nie gesehen.
Auswärtsessen mit dem Ehepaar – unvergesslich
Später würden wir auswärts essen gehen. Ein Freund der Familie, der Deutsch sprach, würde mitkommen. Wir fuhren zu einem chinesischen Restaurant der absoluten Spitzenklasse. Um jeden Gast kümmerten sich drei Kellner. Der deutschsprachige Freund begrüßte uns auf Deutsch und erzählte, er habe einen Teil seines lutherischen Theologiestudiums in Deutschland absolviert.
Das Essen war wie ein Feuerwerk: Die Serviette wurde uns hingelegt, wir bekamen Gabel und Messer. Mitten auf dem Tisch stand ein zweistöckiges rundes Plateau, das ständig mit neuen Speisen aufgefüllt wurde. Bei jeder Speise erklärte uns ein Kellner, was es war und wie es zubereitet wurde. Der Kellner empfahl uns ein gutes Bier dazu. Der Gastgeber wollte uns teuren australischen Wein anbieten.
Wir sprachen über alles Mögliche. Die Gastgeberin erzählte, sie habe mehrere Kinder, die bald die Schule beenden würden. Ich gehe davon aus, dass diese netten Leute finanziell gut gestellt waren.
Spätabends fuhren wir zurück zu ihrem Haus. Wir verbrachten eine sehr gute Nacht.
Englisches Frühstück und herzlicher Abschied
Zum Frühstück gab es ein richtiges englisches Frühstück: Bacon, Sausages, Beans, Toast mit Butter und Marmelade, Tee oder Kaffee. Danach tauschten wir Adressen aus. Ich habe jahrelang zu Weihnachten eine Karte geschickt, bis ich durch mehrere Umzüge die Adresse leider verlor.
Nach dem Frühstück luden die Bediensteten unsere Rucksäcke wieder in den Kofferraum. Die Frau teilte uns mit, sie würde uns zur Grenze nach Singapur fahren. Nachdem wir ausgestiegen waren, verabschiedeten wir uns herzlich. Ihr Mann hatte sich schon zu Hause von uns verabschiedet.