Vorbereitungen auf die Reise
Wie alles began
Schon als Junge begeisterte ich mich für Geografie Bücher, Kinofilme über ferne Länder und Modellflugzeuge. In dieser Zeit lernte ich meinen Freund Rolf kennen. Gemeinsam entdeckten wir Judo und teilten die Faszination für Japan – später brachen wir auch zusammen zu unserer großen Reise auf.
Die Jahre vergehen, und mein Freund Rolf und ich hatten ein bisschen getrennte Wege eingeschlagen. Bis wir uns dann per Zufall an einem nebeligen Herbsttag auf einem Platz in Biel wieder über den Weg liefen. Die herzliche Begrüßung, die Freude am Wiedersehen – und ich sag gleich: „Magst du dich noch erinnern, wie wir als Kinder und junge Kerle ständig von großen Reisen fantasiert haben?“
Ich habe dann einfach gesagt: „Jetzt ist der Moment. Wenn’s dich immer noch interessiert, sollten wir uns mal zusammensetzen und schauen, ob wir was zusammen auf die Beine stellen – oder ob die Lust einfach weg ist.“
Ein paar Tage später haben wir uns wieder getroffen. Das Thema war schnell klar: Japan. „Na, wie kommen wir da hin? Vielleicht mit einem eigenen Fahrzeug?“ Ich hatte aber vorher schon von Freunden gehört, dass so große und weite Reisen mit Auto oder Motorrad in manchen Ländern echt kompliziert sind – vor allem wegen der Bürokratie.
Wir haben uns dann geeinigt: Erst mal die Flugpreise Schweiz–Japan checken. Nicht vergessen: Das war in den Siebzigern. Kein Internet, kein Online-Buchen, kein Handy, kein Fax – nix davon.
Ich bin also in ein Reisebüro rein, hab nach dem Preis gefragt. Der Typ nennt mir eine Summe von einigen Tausend Franken. Ich sag ihm ehrlich: „Das liegt für mich nicht drin.“ Wollte schon wieder raus, hatte die Tür schon in der Hand…
Da rief mir der Mann noch zu:
„Warum gehen Sie nicht mit dem Zug?“
Zuerst dachte ich, der macht wohl Spaß. Er bat mich, mich nochmal zu setzen, und erklärte mir die Sache mit dem Transsibirien-Express. Der Preis lag plötzlich in meinem Budget. Ich traf mich mit Rolf, erzählte ihm alles, und wir vereinbarten einen ungefähren Abreisetermin.
Dann holten wir das Visum für die Sowjetunion. Damals musste man schon bei der Visumanfrage genau angeben, wo man Halt machen wollte. Unterwegs konnte man nichts mehr ändern. Nach einigen Tagen bekamen wir die Visa von der Sowjetischen Botschaft in Bern. Es gab keinen Stempel in den Pass, sondern ein dreiteiliges Lea Flet. So konnte man niemandem beweisen, dass man überhaupt in der Sowjetunion gewesen war. Der erste Teil wurde vom Zöllner in Brest abgerissen, der zweite bei der Ankunft in Moskau und der dritte beim Verlassen in Nachodka (Wladiwostok war damals für Ausländer gesperrt).
Der Angestellte vom Reisebüro, der uns alles vorbereitet hatte, schenkte uns noch ein Buch gratis. Es hieß „TIM“ und enthielt alle Länder der Erde mit Angaben zu Einreise, Visa, Impfungen und so weiter. Ein super Geschenk!
Abreise – Datum festgelegt
Wohnung und Arbeit gekündigt, Auto verkauft, einige Möbel verschenkt, militärisch abgemeldet. Nachdem wir wussten, welche Impfungen für die verschiedenen Länder nötig waren, haben wir uns in Biel und beim Tropeninstitut in Basel impfen lassen.
Ich habe mich von meiner Familie und Bekannten verabschiedet.
Wir stiegen in Biel-Bienne in den Zug nach Zürich, stiegen dort um nach Wien. In Wien Bahnhofwechsel für den Zug, der uns über Ungarn und Polen nach Warschau und weiter zum Grenzposten in Brest brachte (heute Weißrussland). Dort hat uns ein Sowjetzöllner unsere Lektüre beschlagnahmt – den Stern und die Quick. Dann ging’s weiter nach Moskau. Am Bahnhof wurden wir von einem Intourist-Vertreter empfangen und ins Hotel gebracht. Am nächsten Tag holte uns ein perfekt Deutsch sprechender Reiseleiter zur Stadtbesichtigung ab. Im Hotel Metropol waren nur Ausländer untergebracht.
Ich danke von ganzem Herzen allen Menschen, die mir auf dieser Reise in den vielen Ländern der Welt herzlich, freundlich und liebevoll begegnet sind. Ohne sie wäre diese Reise nicht dieselbe gewesen.
Unsere Ausrüstung, bevor wir auf die Reise gingen
Ich hatte:
In diesem Brotsack trug ich meine Minolta-Kamera und die Dias. Ich glaube, niemand hat gedacht, dass ich meine Kamera ausgerechnet im Brotsack hatte. Dort waren auch mein Pass, der Impfausweis, eine Weltkarte und ein paar Kleinigkeiten. Außerdem das Buch „TIM“, dass mir das Reisebüro geschenkt hatte.
Der Inhalt meines Rucksacks wurde immer weniger
Mein Rucksack wurde während der Reise immer kleiner und dünner, weil ich am Anfang viel zu viel eingepackt hatte. Vieles habe ich unterwegs getauscht oder einfach verschenkt.
Darunter war auch: