Zurück nach Thailand 

Zurück nach Thailand 

Nach dem Grenzübertritt nach Thailand wurden wir vom thailändischen Zollbeamten gebüsst, weil wir beim Verlassen des Landes keinen Ausgangsstempel im Pass hatten. Wir bezahlten den Betrag – er war nicht allzu hoch, etwa so viel wie eine Mahlzeit an einer Straßenküche. 

Damals gab es noch keine Brücke über den Mekong, also ging es wieder mit dem Einbaum zurück. 

Zu Fuß liefen wir zur Busstation. Es war schon Ende Nachmittag, deshalb entschieden wir uns, den Nachtbus nach Bangkok zu nehmen. So sparten wir uns eine weitere Hotelnacht. Die Fahrt dauerte etwa 10 Stunden und führte über Udon Thani, Khon Kaen und Nakhon Ratchasima nach Bangkok. 

Palace Thailand 1973

Rückreise nach Bangkok

Als wir wieder in Bangkok eintrafen, war es Ende Juli. Am Anfang unserer Reise hatten wir als Adresse für unsere Familien immer die Schweizer Botschaft bzw. das Konsulat angegeben. Die genaue Adresse der Schweizer Botschaft hatten wir uns in Hongkong besorgt. Jetzt war es Zeit, nach Post aus der Schweiz zu schauen. 

Wir gingen zur Botschaft und durften die Schachtel mit den Briefen durchsuchen – aber nichts war für uns dabei. 

Nationalfeiertag auf der Schweizer Botschaft?

a fiel mir ein, dass bald der 1. August war. Ich fragte die Angestellte, ob wir nicht zum Nationalfeiertag eingeladen werden könnten. Sie sagte, das gehe leider nicht – alle Einladungen seien schon verschickt, und es wäre kompliziert, uns noch dazu zu nehmen. „Keine Backpacker.“   

Wir wussten zwar, wie man sich benimmt, aber gut – wir bedankten uns und gingen. Beim Verlassen der Rezeption nahmen wir ein paar Schweizer Zeitungen mit, die meisten waren schon zwei Monate alt. Die Angestellte rief uns nach: „Das ist Diebstahl!“   

Ich fragte zurück: „Sammeln Sie für eine Zeitungssammlung in der Schweiz?“ 

Von da an gaben wir unsere Adresse immer beim American-Express-Büro an. Das funktionierte viel besser. Je weiter ich von der Schweiz entfernt war, desto weniger interessierten mich die Geschichten dort – außer natürlich die Post von meiner Familie. 

zurück im alten Hotel

Kaum in Bangkok angekommen, stiegen wir wieder im gleichen Hotel ab wie bei unserer ersten Ankunft in Thailand. Dort trafen wir die kleine Französin wieder, die wir schon im Norden von Thailand getroffen hatten. 

Gehen wir nach Hause oder reisen wir weiter?

Eines Abends saßen wir auf der Terrasse des Hotels. Fast gleichzeitig dachten wir: „Und jetzt? Gehen wir zurück in die Schweiz, wie wir es ursprünglich geplant hatten?“   

Nach einer Weile sagte ich zu Rolf: „In der Schweiz wartet niemand auf mich. Ich habe keine Wohnung mehr, keine Arbeit, alle Rechnungen vor der Abreise bezahlt. Warum reisen wir nicht einfach weiter und gehen nach Australien?“   

Rolf antwortete: „Eigentlich – warum nicht?“ 

Aber dazu brauchten wir ein Visum – und zwar eines, mit dem man arbeiten durfte. Illegales Arbeiten kam für uns nicht infrage. Also beschlossen wir: Morgen gehen wir zur australischen Botschaft und beantragen die Visa. 

Australische Botschaft in Bangkok

Die Adresse fanden wir schnell. Wir wurden freundlich empfangen und erklärten unser Vorhaben. Die Antwort klang einfach. Wir füllten beide die Formulare aus und wurden zum Vertrauensarzt der Botschaft geschickt. Die Ärztin untersuchte uns von Kopf bis Fuß und sagte, alles sei in Ordnung. Sie würde den Bericht an die Botschaft schicken. 

Zwei Tage später gingen wir wieder hin. Die Angestellte teilte uns mit, dass alle Papiere und der Arztbericht okay seien. Allerdings würde es ca. sechs Wochen dauern, bis wir die Visa hier abholen könnten. Das war für uns finanziell unmöglich – sechs Wochen in Bangkok herumsitzen konnten wir uns nicht leisten. 

Wir fragten, ob es keine andere Möglichkeit gäbe, die Migrations-Visa schneller zu bekommen. Sie fragte, wie wir nach Australien reisen wollten. Ich sagte: „Über Malaysia und Indonesien.“   

Sie meinte: „Kein Problem. Dann könnt ihr die Visa bei unserer Botschaft in Jakarta abholen.“ 

Sie meinte: „Kein Problem. Dann könnt ihr die Visa bei unserer Botschaft in Jakarta abholen.“ 

Welche Erleichterung! Mit kleinen Hindernissen in Indonesien haben wir es dann tatsächlich in Jakarta abgeholt. Bei unserer ersten Durchreise waren die Visa noch nicht da, also fuhren wir weiter nach Bali. Später bekamen wir Bescheid, dass sie nun in Jakarta lagen. Mit dem sehr langsamen Zug fuhren wir quer durch Java zurück nach Jakarta und erhielten endlich den schönen Stempel in unseren Pass – die offizielle Erlaubnis, in Australien arbeiten zu dürfen. 

Blind musician at a temple in Chiang Mai, Thailand, 1973