Bolivien
Bolivien
Dann kam die bolivianische Grenze. Alle mussten aussteigen. Bei den Zollbeamten schienen noch die Geister von Ernesto „Che“ Guevara zu spuken, der am 9. Oktober 1967 im bolivianischen Dschungel erschossen worden war – keine zehn Jahre vorher.
Rolf und ich durften ins Zollhäuschen. Ein Vorgesetzter schaute unsere Pässe an und sagte auf Englisch: „Viele Reisen… viel Geld.“
Ich antwortete freundlich: „Ja, viel arbeiten und dann viel reisen.“ Er grinste und gab uns die Pässe mit dem nötigen Stempel zurück. Er fragte noch: „Kennt ihr jemanden in La Paz?“
„Ja, einen Freund aus Australien, der dort studiert hat und jetzt wieder in Bolivien ist.“
„Okay“, sagte der Zöllner und gab dem Fahrer ein Zeichen, dass er weiterfahren könne. Ich denke, auch der einfache Zöllner hat eine kleine Note erhalten.
Wir waren schon einige Stunden auf dem Altiplano unterwegs – praktisch alles flach, in der Ferne hohe Berge. Dann kam die große Überraschung: Der Fahrer hielt an, damit wir die Stadt im Talkessel sehen und betrachten konnten. Eindrucksvoll. Die Fahrt ging hinunter, immer tiefer, bis wir die vorgesehene Haltestelle des Collectivos erreichten. Wir waren etwa sieben Stunden unterwegs.
Die Rucksäcke wurden vom Dach genommen. Die Indio-Frauen kamen sofort, packten die Wolle aus, zählten die Knäuel, eine sagte „Gracias“, und alle grinsten. Wir grinsten zurück.
Nun suchten wir ein günstiges Hotel. Laut South American Handbook war das kein Problem – günstig und unweit von vielen Straßenküchen.
Abends holten wir die Telefonnummer unseres Freundes Gaston Alcázar Ortiz hervor und riefen ihn an.
„Ja, wo seid ihr denn?! Das letzte Mal haben wir uns in Panama City verabschiedet.“
„Jetzt sind wir in La Paz, im Hotel!“
„Okay, ich komme morgen gegen Mittag vorbei, und wir gehen etwas essen.“
„Ja, gerne – bis morgen, oder besser: ¡Hasta mañana!“
In Quito hatten wir nach langem Suchen entschieden, wieder ins Zentrum mit dem Bus zu fahren. Auf dem Fußweg in einem Quartier mit neuen kleinen Einfamilienhäusern sah ich durch einen Vorhang einen Mann stehen, der einen Teller in der Hand hielt. Ich sagte zu Rolf: „Da ist er – Eduardo!“
Rolf meinte: „Ich glaube es nicht.“
„Wenn wir schon so lange gesucht haben, gehe ich jetzt klingeln.“
Die Tür öffnete sich, und der Mann ließ vor Schreck seinen Teller auf den Boden fallen. Seine erste Frage war: „Wie habt ihr mich gefunden?“ Wir erklärten es kurz. Er bat uns herein, schenkte uns Kaffee und stellte uns seine Frau vor. Er fragte, ob wir Arbeit suchten – er hätte etwas auf einem Ölbohrturm, sehr gut bezahlt, er könne uns die Stelle verschaffen. Wir baten um seine Telefonnummer, verabschiedeten uns und sagten, wir würden in den nächsten zwei Tagen anrufen, ob ja oder nein.
Wie versprochen riefen wir ihn an und teilten ihm mit, dass wir den Job nicht nehmen wollten. Die Arbeitslust war bei uns noch nicht zurückgekehrt.
Ankunft in La Paz und Wiedersehen mit Gaston
Abends holten wir die Telefonnummer unseres Freundes Gaston Alcázar Ortiz hervor und riefen ihn an.
„Ja, wo seid ihr denn?! Das letzte Mal haben wir uns in Panama City verabschiedet.“
„Jetzt sind wir in La Paz, im Hotel!“
„Okay, ich komme morgen gegen Mittag vorbei, und wir gehen etwas essen.“
„Ja, gerne – bis morgen, oder besser: ¡Hasta mañana!“
Am nächsten Tag kam Gaston gegen Mittag ins Hotel. Wir gingen in ein einfaches, typisches Restaurant. Er lud uns ein. Alles Mögliche kam zur Sprache – auch ob wir die anderen Latinos aus Ecuador getroffen hätten. Ja, wir hatten sie in Quito zufällig gefunden. Er hatte uns eine etwas ungenaue Adresse gegeben. Gewollt oder nicht gewollt – spielt hier keine Rolle.
Begegnung in La Paz
Als wir an einem Tag bei der schweizerischen Botschaft vorsprachen, um eventuelle Post für uns abzuholen, fanden wir bei Eingang auf der grossen Treppe, ein Europäer, der dort sass, und es schaute aus als ob er ein Problem hätte. Wir fragten ihn, bis du Krank, er sagte nein, können wir dir helfen, nein sagte er, was ist dann dein Problem. Er teilte uns mit, dass er beim Busbahnhof in La Paz, auf dem Weg zu seinem Hotel, komplett ausgeraubt wurde. Wir fragten hat man dich überfallen, nein, ich habe beim Einchecken in Hotel, festgestellt, dass meine Aussentasche beim Rucksack aufgeschlitzt war, und dort hatte ich Bargeld, Traveller, pass und Impfausweis,
Was passiert nun mit dir, ich war auf der Botschaft und ich sollte in kurzer Zeit ein Pass und ein Rückflugticket in die Schweiz erhalten. Dann fragte er uns, wohin geht eure Reise weiter, wir sagten es ihm. Unser Weg führt uns mit schiff über den Rio Beni, bis an die brasilianische grenze, Ich habe bekannte in Riberalta, gegenüber Guyara Mirim, denen ich einen Brief übergeben sollte, könnt ihr das für mich machen, können wir machen, aber es wird schon einige Tage dauern bis wir dort ankommen. Spielt kein Problem, also könnt ihr den Brief übergeben, er suchte einen Brief, mit einer Anschrift in Riberalta, der Brief war zugeklebt.
Ja von wem sollen wir den Brief übergeben, wie ist dein Name und woher kommst du aus der Schweiz, er sagte uns seinen Namen, er hiess Seiler und stammte aus Zermatt.
Skifahren in La Paz
Gaston hat uns einige Tage nach unserer Ankunft in La Paz auf einem mit Schnee bedeckten Berg eingeladen, um Ski zu fahren, man konnte Ski-Ausrüstungen mieten, aber der Schnee war echt sulzig so haben wir es unterlassen.
Auf unserem Weg durch Südamerika, hatten wir geplant ein floss zu bauen und auf einem Zufluss des Amazonas ein Stück weit hinunterzufahren. Unterwegs haben wir immer versucht das nötige Werkzeug, Axt, Säge, Nägel, Seile zu kaufen, meistens versuchten wir unsere Einkäufe in grösseren Städten zu tätigen, aber leider ohne Erfolg, was wir fanden, war einfach zu teuer. So dachten wir von La Paz aus über den Berg hinunter in den Dschungel zu fahren, und uns mit etwas Glück eventuell, das nötige Werkzeug zu kaufen.
Wir haben uns von Gaston verabschiedet, stiegen in den Bus und fuhren hoch, dann begann die Abfahrt, bis wir wieder die Vegetationsgrenze erreichten, auch veränderte sich das Klima es wurde immer wärmer, plötzlich hielt der Bus und der Fahrer sagte dies ist die Endstation, der Bus fährt nicht weiter, der Fahrer teilte uns mit, wenn ihr weiterwollt, so fährt 2 mal pro Woche ein Lastwagen abends mit Waren und Personen bis ca. Muyuri, dort kann man eventuell mit schiff weiterkommen.
Wir hatten also ca. 2 Tage vor uns, fanden ein kleines Hotel bezogen Zimmer, machten es uns gemütlich auf der Terrasse, bis eines Abends, ein grosser Lastwagen mit hohen Seitenbretter, anhielt, der junge Fahrer teilte uns den Fahrpreis mit, und die Abfahrtzeit wäre um ca. 2200 Uhr und könnte ca. 6-8 Stunden dauern, je nach Strassenzustand, er empfahl uns Wasser und etwas essbares mitzunehmen, also Banane, wir konnten nicht um die nächste ecke zum nächstgelegenen Bäcker, und zwei Pariser Brote kaufen. Spass beiseite.
Nächtliche Dschungelfahrt mit dem Lastwagen
Ein Drittel der Ladefläche war mit allerlei Waren besetzt. Nun wurden die Frauen mit Kindern, Gepäck und Kleinvieh aufgeladen. Ich beobachtete einen älteren, großgewachsenen, sportlich wirkenden europäischen Mann, der neben der Fahrerkabine stand. Ich konnte es nicht unterlassen, den Fahrer, der das Fahrgeld einkassierte, zu fragen: „Wer ist dieser Mann?“
Der Fahrer antwortete: „Das ist der Besitzer des Lastwagens. Ich bin nur der Fahrer.“
Ich habe versucht mit diesem alten Mann ins Gespräch zu kommen, sein Fahrer sagte mir er würde nur mit ihm sprechen, und Anweisungen geben. Was ich hörte in spanischer Sprache liess mich vermuten gemäss Akzent, dass er Deutscher war.
Also ging die Fahrt los. Der Fahrer hatte uns alle angewiesen, bitte nicht zu stehen – es sei gefährlich wegen der Äste der Bäume. So hatten sich praktisch alle einen Platz zurechtgemacht. Es ging los – stockdunkel, manchmal schnell, dann wieder langsam wegen der Löcher. War es eine Straße oder einfach eine Dschungelpiste?
Ca. auf halber Strecke hielt der Fahrer an und sagte, man könne über die Bordwand hinten pinkeln. Einige machten von diesem Halt Gebrauch.
Gegen ca. 5 Uhr morgens kamen wir in diesem winzigen Hafen an. Er bestand aus einem Holzverschlag, Holzbänken, und man konnte schwarzen, gezuckerten Kaffee kaufen. Er schmeckte uns sehr gut. Leider war meine Reserve an kleinen Stalden-Dosen mit gezuckerter Kondensmilch aufgebraucht.
Der Lastwagenbesitzer saß allein in einer Ecke und schaute dem Treiben zu. Der Fahrer saß in unserer Nähe und sagte: „Bald kommen die Bootsbesitzer, und ihr könnt vielleicht gegen Bezahlung mit einem Boot den Río Beni ein Stück weit hinunterfahren.“
Mit dem Boot auf dem Río Beni
Mein Interesse am Besitzer des Lastwagens war geweckt. Ich konnte es nicht unterlassen, den Fahrer weiter zu fragen – unter anderem, woher der Mann komme. Der Fahrer sagte, er habe keine Ahnung. Er spreche nur das Nötigste mit ihm. Der Mann bezahle ihn gut als Fahrer – für ihn sei das okay.
Nicht zu vergessen: Wir waren weit weg von jeder Zivilisation.
Es waren zwei lange Holzboote festgemacht. Auf jedem waren etwa 20 Metallfässer mit je ca. 200 Litern Inhalt geladen. Die Boote waren fahrbereit. Wir sprachen mit dem Bootsführer, machten einen Preis aus bis nach Rurrenabaque. Er sagte uns, die Fahrt würde zwei Tage dauern, mit einem Zwischenhalt im Dschungel.
Der Gehilfe des Bootsführers saß ganz vorne, um auf große Bäume oder sonstige Hindernisse aufmerksam zu machen. Nachdem beide – Führer und Helfer – ständig rauchten, fragte ich, was denn in den Fässern sei. Der Führer antwortete: „Das ist Treibstoff für Helikopter.“
Ich sagte: „Sollte man da lieber nicht rauchen?“
Er grinste nur und gab keine Antwort.
Stromschnellen waren auch zu bewältigen, wie wir feststellten. Der Führer war ein geübter Schiffsfahrer. Unterwegs gab es einen Halt, und ein kleines Paket wurde die Böschung hinaufgetragen zu einer Familie, die sich dort einigermaßen eingerichtet hatte.
Die Fahrt ging weiter bis zum vorgesehenen nächtlichen Halt. Man empfahl uns, sofort nach dem Anlegen in unsere Moskitonetze zu kriechen. Die Führer benutzten diese Haltestelle regelmäßig. Es gab eine Feuerstelle und etwas erhöht eine Art Floß, damit man nicht direkt mit dem Boden in Kontakt kam.
Bei Tageslicht ging es dann weiter mit dem Reiseziel Rurrenabaque. Auf diesem Teilstück gab es bedeutend mehr Stromschnellen als im oberen Teil. Dennoch verlief die Fahrt gut. Rolf und ich hatten unsere Rucksäcke mit unserem Hab und Gut immer in Griffnähe – für den Fall, dass das Boot kippen würde.
Unterwegs hielten wir nochmals an, um etwas Personen zu überbringen, die – ähnlich wie die vorherigen – mitten im Urwald ein Dach gebaut hatten. Hängematten hingen dort, ein größerer Teil war gerodet worden, und ein Stück sah aus wie ein Garten mit Gemüse.
Gegen Mittag kamen wir in Rurrenabaque an. Im kleinen Hafen herrschte reger Betrieb. Sofort kamen einige junge Männer angerannt, um die Fässer zu entladen. Wir verabschiedeten uns von den Bootsmännern.
Ein freies Feld sah aus wie ein Fußballfeld, und darauf stand ein Helikopter vom Typ Huey – dieselben Maschinen, die im Vietnamkrieg im Einsatz gewesen waren.
Am Rande des Feldes fanden wir eine Unterkunft, bezogen ein Zimmer. Es war ein großer Bau, alles aus Holz gefertigt. Die WCs und die Dusche waren auf dem Gang.
Der Helikopter
Der Helikopter hatte unser Interesse geweckt, so gingen wir die paar Meter zu diesem Fluggerät. Ein Mann europäischer Abstammung führte Wartungsarbeiten aus. Wir kamen mit ihm ins Gespräch und fragten, was seine Aufgabe mit dieser Maschine sei. Er antwortete, er fliege für eine Erdölgesellschaft die bereits gefundenen Ölquellen ab und kontrolliere zusammen mit Ingenieuren und Arbeitern, ob alles in Ordnung sei.
Die nächste Frage war: „Haben Sie noch Platz an Bord? Können wir einmal mitkommen?“
Er sagte, das sei aus Versicherungsgründen strengstens untersagt. Im Schadensfall würde die Versicherung nur für die bei der Firma registrierten Mitarbeiter aufkommen. Schade für uns. Er erzählte uns noch, er sei aus den USA.
Jetzt wussten wir auch, warum die beiden Boote Treibstoff für Helikopter transportiert hatten.
Danach gingen wir zum Hafen, um zu schauen, wie wir weiter nach Riberalta kommen konnten.
Mit dem Militärboot auf dem Río Beni
Es bot sich die Gelegenheit, auf einer Militärbarque (ca. 4 m breit und 8 m lang aus Holz gebaut) mitzufahren. Hinten war eine Küche, in der mit Holz gekocht wurde, ein WC und ein erhöhter Stand für den Steuermann. Die Mannschaft war vorne in einem Raum untergebracht. Waren und Passagiere befanden sich unter einem Dach, seitlich offen – alles aus Holz. Das Boot gehörte dem bolivianischen Militär, hatte aber die Erlaubnis, auch Passagiere und Waren mitzunehmen.
Ein Militär teilte uns mit, sie würden am nächsten Mittag ablegen und die Fahrt würde ca. 6–7 Tage dauern. Den Fahrpreis nannte er uns auch. Wir sagten ihm, wir würden am nächsten Tag mitfahren. Der Matrose erklärte noch, der Preis enthalte eine Mahlzeit am Mittag.
Wasser aus dem Fluss fürs Kochen
Am nächsten Tag waren wir rechtzeitig da. Ich sah, wie der Koch einen großen Kübel Wasser direkt aus dem Río Beni schöpfte und dachte: Das wird zum Kochen verwendet. Mein Gedanke war sofort: Tue ich mir das meinem Magen mehrere Tage lang an? Nein, ich musste eine andere Lösung finden.
Zufällig stand vor dem Schiff ein alter Mann mit einem großen Haufen Grapefruits, die er verkaufte. „Guter Mann, was sollen die kosten?“ Er nannte mir einen Preis. Ich packte meinen Regenschutz aus und füllte ihn prall mit diesen wunderbaren Früchten. So hatte ich etwas zu essen und gleichzeitig Flüssigkeit dabei. Der Regenschutz diente mir als Sack und war bis oben voll. Die Grapefruits reichten genau bis Riberalta – und sie waren ausgezeichnet.
Nachdem wir an Bord gegangen waren, bekamen wir einen Platz zugeteilt, wo wir unsere Hängematten mit Moskitonetzen befestigen konnten. Die Fahrt ging los. Der Río Beni ist bekannt für seine unzähligen Windungen und Sandbänke. Ich dachte mir: Der Schiffsführer macht das nicht zum ersten Mal – ich fühlte mich absolut sicher.
Nachts hielt die Barque immer an. Wer den Moment verpasste, sofort in die Hängematte mit dem Netz zu schlüpfen, wurde förmlich aufgesaugt. Solche Moskitos habe ich nie mehr gesehen – groß, lautlos und unerbittlich.
So gingen die Tage und Nächte vorbei. Man führte einfache Gespräche mit den Mitreisenden, meist nach dem gleichen Schema: Woher kommst du, warum machst du diese Reise usw. Gerne gaben wir Auskunft.
Soweit ich sehen konnte, gingen alle Passagiere mittags mit ihrer Gamelle zum Koch und aßen eine Suppe mit Fleisch. Ich war froh, dass ich meinen Regenschutz mit Grapefruits gefüllt hatte.
Es vergingen mehrere Tage, bis wir endlich in Riberalta anlegten. Zuerst stiegen die Passagiere aus, dann wurden die Waren ausgeladen. Wir verabschiedeten uns von der Schiffsmannschaft und machten uns auf die Suche nach einer Bleibe, die wir auch rasch fanden. Die Straßen waren unbefestigt, nur Erde, keine Teerstraße.
Nach dem Einquartieren holten wir den Brief hervor, den uns ein Schweizer namens Seiler aus Zermatt in La Paz übergeben hatte. Wir sollten ihn einem Herrn in Riberalta persönlich aushändigen. Der erste Eindruck von Riberalta war ein kleiner Ort mit noch vielen Lehmhütten und wenigen gemauerten Häusern.
Wir fanden die Anschrift auf dem Brief und standen plötzlich vor einem großen gemauerten Haus mit dem Schild „Consulado de Suiza“. So weit weg von allem und einem Schweizer Konsulat gegenüberzustehen, war schon überraschend.
Wir traten ein. Eine Empfangsdame fragte, was wir wollten.
„Wir haben einen persönlichen Brief für Herrn …“
„Sie können ihn mir geben, ich werde ihn weiterreichen.“
„Der Absender wünscht, dass wir ihn persönlich übergeben.“
Sie holte den Herrn. Wir gaben ihm den Brief. Er bedankte sich kurz und sagte: „Ich hätte euch gerne eingeladen, aber über Mittag habe ich eine Sitzung und auch abends. Kommt doch bitte morgen gegen Mittag vorbei.“
Rolf und ich dachten: Mit etwas Glück gibt es morgen etwas zu trinken, vielleicht sogar etwas zu essen.
Beim Verlassen konnte man einen Blick in ein großes Lagerhaus werfen. Unzählige Personen waren damit beschäftigt, Paranüsse mit einem kleinen Gerät aufzuspalten.
Gemäß den Worten des Herrn gingen wir am nächsten Tag gegen Mittag vorbei. Und siehe da: Der Herr hatte wieder eine Sitzung und konnte uns leider nicht empfangen. Ob wir doch lieber am Abend vorbeikommen möchten? Wir verabschiedeten uns mit dem Hinweis, dass wir jetzt den Bus nehmen würden, der uns über die Grenze nach Brasilien, nach Guayaramerín, bringt.
So viele Sitzungen in so einem verschlafenen Ort…?
Lieber Herr … sag doch einfach: „Ich will euch nicht empfangen.“ Zehnmal einfacher als in Ausreden zu flüchten.
Wir suchten noch nach Werkzeugen, um unser Floß-Vorhaben zu realisieren. Kein Glück – wir fanden nichts.
Wir haben den Bus bestiegen, der in Richtung Rio Mamoré fuhr mit dem Endziel Guyara-Mirim, der genannten Flus führte Hochwasser, alle Passagiere stiegen aus, der Bus fuhr auf zwei Ponton überquerte den Fluss, die Passagiere wurden mit einem Motorboot hinübergefahren.
Zollkontrolle, kein Problem, weiter zu einem günstigen Hotel, wie wir es gewohnt sind.
Rolf und ich hatten es uns ein bisschen zur Gewohnheit gemacht, bevor dem Einchecken doch kurz das Zimmer anzuschauen. Ab und zu gab es Überraschungen. Diesmal nicht.
ein verlassenes Dorf, mit staubigen Strassen, ohne teer. Wir machten eine Erkundungstour, wussten aber dass wir hier nicht sesshaft würden. Einfach umsehen, was es hat, auf unserem Rundgang plötzlich ein Regenschauer wie aus kübeln, da entdeckten wir ein kleines Bretterhaus, wir rannten hinein, und siehe da es war ein Billard-tisch, nebst einer winzigen spezerei-handlung, wir haben eine Weile gespielt und uns dann am einzigen Tisch gesetzt.