Über Mich
Über Mich
Mein Name ist Albrecht, geboren in Château-d’Oex in der französischen Schweiz. Nach einem Teil meiner Kindheit in der Romandie zog meine Familie in die Deutschschweiz – sprachlich wurde ich «Umgetopft» ein Wechsel, der mich geprägt hat, weil ich plötzlich als „Fremder“ galt. Früh verlor ich meine Mutter, und mein Vater hielt uns Kinder zusammen. Verantwortung zu übernehmen, wurde für mich selbstverständlich.
Wir sind nicht nur um die Welt gereist — wir haben sie wirklich erlebt.
Schon als Junge begeisterte ich mich für Geografie Bücher, Kinofilme über ferne Länder und Modellflugzeuge. In dieser Zeit lernte ich meinen Freund Rolf kennen. Gemeinsam entdeckten wir Judo und teilten die Faszination für Japan – später brachen wir auch zusammen zu unserer großen Reise auf.
Geografie und Fernweh haben mich schon als Kind begleitet.
Meine erste Reise machte ich mit dreizehn Jahren – mit dem Fahrrad quer durch die Schweiz. Eine Woche unterwegs, mit wenig Geld, aber voller Neugier und Abenteuer.
Schon früh musste ich lernen, mit Veränderungen umzugehen. Ich verlor meine Mutter in jungen Jahren, und mein Vater wurde zweimal verwitwet. Für uns Kinder bedeutete das, Verantwortung zu übernehmen und unseren eigenen Weg zu finden.
Vielleicht hat mich genau dass geprägt – und den Wunsch verstärkt, die Welt zu sehen.
Jahre später begann die große Reise.
Expeditionsroute 1973–1975
Die Reise begann in Biel-Bienne, Schweiz, und führte ostwärts durch Europa und die Sowjetunion nach Japan. Von dort ging es weiter über Hongkong und Südostasien – Thailand, Laos, Malaysia und Singapur – bis zu den indonesischen Inseln Sumatra, Java und Bali.
Das Abenteuer führte uns weiter durch Australien, von Darwin über Alice Springs und Papunya nach Adelaide, Melbourne und Sydney.
Nach der Überquerung der Tasmansee nach Neuseeland und des Pazifiks nach Tahiti erreichte die Route den Panamakanal und Südamerika. Durch Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien entfaltete sich die letzte Etappe der Reise vor der langen Rückkehr nach Genf.
Job nach der Schule – Fr. 30.– pro Monat
Mit ca. 12 Jahren hatte ich nach der Schule einen kleinen Job. Fast alle meine Klassenkameraden hatten damals irgendetwas zu tun – Zeitungen austragen, Botengänge für ältere Leute, Flaschen abfüllen in der Drogerie oder, wie ich, Pelzmäntel bei den Kunden abholen im Frühling und im Herbst wieder zurückbringen.
In den Mehrwegkartons, die ich dafür benutzte, hatte ich manchmal Pelzmäntel im Wert von mehreren Tausend Franken. Zu dieser Zeit gab es in Biel (ca. 50.000 Einwohner) noch fünf Pelzgeschäfte.
Damals hatte es viele schöne Geschäfte – vor allem mit schönen Schuhen, Kleidern und so weiter.
Pro Monat bekam ich 30 Franken. Davon musste ich meinem Vater 20 Franken abgeben. Trinkgeld gab es eher selten bis gar nicht. Es gab zwar viele wohlhabende Leute und kleine Fabriken, die Zulieferer für die Uhrenbranche waren, aber gespart haben sie trotzdem.
Als Trinkgeld habe ich einmal einen halben Apfel bekommen.
Hier eine kleine Anekdote: Ich war unterwegs zu einer Frau, die Direktorin einer großen Uhrenfabrik war (die es heute nicht mehr gibt). Ich klingelte an der Tür, eine Magd öffnete und ich gab ihr den Karton mit dem Hinweis, dass es die Pelzmäntel von Frau … seien. Plötzlich kam die Frau selbst an die Tür und sagte mit ihrem französischen Akzent: „Warte, ich gebe dir etwas.“
Ich staunte nicht schlecht. Sie kam zurück mit einem schönen Golden Delicious Apfel und einem Messer, schnitt den Apfel in zwei Hälften, gab mir eine davon und sagte in Erwartung meines „danke schön“: „Das ist für dich.“
Viele solche und ähnliche Sachen habe ich in dieser Zeit als Botenjunge gelernt. Mit dem Geld konnte ich im Winter alle zwei Sonntagmorgen ins Kino gehen und einen Film über fremde Länder anschauen. Außerdem war es mir möglich, Modellflugzeuge mit Motoren zu bauen und sie im Fesselflug fliegen zu lassen – sogar im Schnee mit Skiern, die ich selbst angefertigt hatte.
Rolf und ich fanden uns im Quartier
Um diese Zeit lernte ich im gleichen Quartier meinen Freund Rolf kennen. Wir waren oft zusammen unterwegs und haben gemeinsam mit dem Judo-Sport begonnen. Genau das hat später die Faszination für Japan in uns geweckt.