Neuseeland
Ankunft in Auckland, Neuseeland
Nach ca. drei Stunden Flug landete ich in Auckland. Am Zoll gab es keine Probleme. Im Flugzeug hatte ich mit einer jungen Frau gesprochen. Sie erklärte mir, wo die Jugendherbergen sind und welchen Bus ich nehmen muss. „Okay, danke.“
Ich kam bei der Jugendherberge an und konnte ein Bett in einem 4er-Zimmer beziehen. Dann ging ich noch kurz raus, etwas essen und trinken. Am nächsten Tag besichtigte ich die Stadt.
Was mir sofort auffiel: Es wurde viel einheimischer Wein getrunken – und der schmeckte mir sehr gut. Außerdem aß man viel aus dem Meer. Die Landschaft fand ich besonders schön, obwohl es eine große Stadt war. Die Maori-Kultur beeindruckte mich sehr, vor allem das Kunsthandwerk mit den großen geschnitzten Schiffen und dem reich verzierten Holz.
Thermalquellen in Rotorua
Nach einigen Tagen in Auckland zog es mich weiter nach Rotorua, dem Ort der unzähligen heißen Thermalquellen. Ich bezog ein Bett in einer Jugendherberge und ging mit den anderen jungen Leuten zum Thermalbaden. Die Bäder lagen frei in der Natur und hatten verschiedene Wassertemperaturen. Die Maori gingen meistens in das richtig heiße Bad.
An einer Stelle wurde sogar in den Thermalquellen gekocht: Es gab kleine Löcher im Boden. Man stellte die Pfanne mit dem Essen hinein, deckte sie ab und schaute auf die Uhr. Nach einer bestimmten Zeit holte man sein fertiges Essen wieder ab – eine ganz eigene Art zu kochen.
In Neuseeland traf ich kaum Backpacker, die keine Australier waren. Meistens waren es Jugendliche um die 20. Es kam mir vor, als würden viele von ihnen erst einmal einen „Probelauf“ machen – ein bisschen weiter als vor der eigenen Haustür, bevor sie richtig in die Welt hinausziehen.
Immer wieder wurde ich gefragt, woher ich komme. Wenn ich antwortete „aus der Schweiz“, schauten mich viele ungläubig an. Das Erstaunen brachte meistens den Satz hervor: „Von soweit!“
Wir waren zu fünft und buchten mit einem Guide eine Tour auf einen erloschenen Vulkan, wo man rund um den Krater laufen konnte. Danach ging es weiter zu den Geysiren. Um die Geysire zum Ausbruch zu bringen, stopfte der Guide ein großes Stück Seife in die Öffnung – kurz darauf sprudelte das Wasser hoch. Wir waren zwei Jungs und drei Mädchen auf dieser Tour. Alle waren sehr nett und freundlich. Ich bekam viele Einladungen nach Australien, bedankte mich höflich und sagte jedes Mal: „Mein Weg geht nur vorwärts.“
Nach einigen Tagen zog es mich weiter Richtung Wellington. Mir fiel ein, was uns der Mann im Reisebüro in Alice Springs ans Herz gelegt hatte: Wir sollten wenigstens ein gutes Kleidungsstück dabeihaben, weil auf dem Schiff abends oft etwas los sei – Dinner Party und ähnliches.
Mein Weg führte mich über Taupo nach Palmerston, weiter über Masterton nach Lower Hutt (vor den Toren von Wellington). Ich bezog ein Bett in der Jugendherberge. Diese gehörte zum weltweiten Verband und hatte sehr strenge Regeln: morgens um 8 Uhr musste jeder das Haus verlassen und durfte erst ab 17 Uhr wieder zurückkommen.
Die Nordinsel habe ich größtenteils per Anhalter bereist, teilweise auch mit dem Zug. Mir fiel immer wieder auf, wie sattgrün das Gras war – es sah fast künstlich gefärbt aus.
Wellington – Abendkleidung für das Schiff
In Wellington suchte ich mit dem Vorortszug ein Brockenhaus (Secondhand-Laden), wo ich günstig Kleider kaufen konnte. Ich fand eine zweireihige dunkle Jacke, ein schwarzes Hemd mit Fliege – alles zusammen für rund 15 Neuseeland-Dollar. Dazu hatte ich selbst noch eine anständige dunkle Hose und Mokassins. Viele meiner alten Kleider hatte ich unterwegs bereits verschenkt.
Zwei Tage vor Abfahrt des Schiffes zog ich nach Wellington in ein kleines Hafenhotel. Ich hatte das Zimmer für mich allein. Jeder kann sich vorstellen, wie so ein Hotel aussieht und was für Leute dort hausen. Der Aufenthalt war jedenfalls interessant.
Ich hatte mir auch schon angeschaut, wo die **Britanis** (das Schiff der Chandris Line) ablegen würde.
Ich war bereit für neue Ufer.